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DVD „Der Geist der Biker”
Die abenteuerliche Reise eines Dresdner Motorradclubs durch das Herz Russlands. Ein Film über den universellen Geist der Biker.
» witzig, schrill, ironisch und intelligent.. « MOTORRAD
» Ein echter (Noch)-Geheimtipp! « MotorradABENTEUER
Sammler-Edition im hochwertigen Digipak · 63 Minuten + 40 Minuten Bonusmaterial · Kommentartrack des Filmemachers · in Deutsch, Russisch und Englisch
DVD Motorradfilm
10,98 €
inkl. MwSt
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Die abenteuerliche Reise eines Dresdner Motorradclubs durch das Herz Russlands. Ein Film über den universellen Geist der Biker.
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High Speed-Download der DVD (deutsch) - inklusive Kommentartrack und 40 min. Extras. Kopieren, Aufführen und Remixen erwünscht!
Download Bikers Soul
5,00 €
inkl. MwSt
Download: DVD „Route 66”
104 min · 5.1 Sound in deutsch und englisch · Kommentarspur · PAL

High Speed-Download des originalen, ausverkauften DVD-Image (mit Kommentartrack). Selbstverständlich darfst Du die DVD kopieren, aufführen, weitergeben oder verändern - auch zu kommerziellen Zwecken. Nutze den freien VLC Player zum Abspielen oder brenne die DVD.
Download Route 66
5,00 €
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Buch „Route 66”
Drei Jungs auf einem Road Trip durch die Klischees der amerikanischen Kultur – in einem 74er Cadillac V8. 4000 Meilen durch Klein- und Großstädte, Wüsten und Canyons, über Pisten und Interstates.
Das Buch zum Film. 108 Seiten
» Sobald du Grün siehst, stemmst du das Gaspedal in den Filzteppich, die Reifen pfeifen kurz, krallen sich in den Belag, dann drückt es dich in den weichen Sitz, das Handschuhfach fliegt auf, der Motor schreit dich an und deine Gegner verschwinden in einer Wolke aus Benzin, Öl und verdampfendem Gummi. Den acht Litern Hubraum ist kein Japaner gewachsen. «
DVD Route 66
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DVD „Geist der Biker”
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Motorradfilme

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Merkwürdige Reisen

Aus meiner Tourenfahrer-Glosse:

Wer schon überall war, und trotzdem nichts gesehen hat, dem hilft nur noch eins: Experimenteller Tourismus


Auch dieses Mal ist die Welt wieder nicht untergegangen, was ich jetzt schon einigermaßen gefahrlos schreiben kann, obwohl der 21.12. heute noch vor mir liegt. Der letzte große Termin war der 14. Oktober 2008 - überall im Netz behaupteten die Leute, der Erstkontakt mit Aliens fände statt. Ich wohnte damals bei einem Kollegen auf dem Dorf und unser Kumpel Dick kam am Vorabend mit seiner 50er Schwalbe Hycomat aus der Stadt angereist, völlig überladen, mit zwei Zentnern Konservendosen, einer Armbrust und seiner Angelausrüstung. Mein Kollege und ich schraubten gerade an meiner GSX 750F rum, als Dick auf seinem Roller in den Hof tuckerte. Ohne ein Wort zu sagen bezog er eines der Gästezimmer und verbarrikadierte die Tür mit schweren Möbelstücken. Am nächsten Morgen lief er mit einem riesigen, gelben Handtuch aufs Feld raus, wo er eine halbe Stunde lang wie ein Bekloppter in den Himmel starrte und das Tuch herumschwenkte.
Der Tag verging dann ereignislos, aber er hinterließ trotzdem Spuren: immer wenn mal wieder vom Weltuntergang die Rede ist, muss ich an Dick und sein Moped denken. Und ohne es zu wissen hatte mein Kumpel mit seiner mit der Armbrust auf dem Moped in die Postapokalypse fahren-Nummer genau meinen Nerv für Romantik getroffen. Und nicht nur meinen. Mindestens die Hälfte meiner Motorrad-Kumpels kehren ganz plötzlich in sich, mit glasigen Augen und sattem Grinsen, wenn sie von einem einsamen Zweiradreisenden hören, der mit auffällig geringer Geschwindigkeit und Extremausrüstung irgendwo hinter der Zivilisation herumfährt.
Der Clou am Moped, an winzigen Einzylindern, ist: Lange Reisen mit diesen Maschinen sind schon per se postapokalyptisch, weil man dermaßen das Tempo aus der Reise nimmt, dass es praktisch unmöglich wird, sich immer noch wie im 21. Jahrhundert zu fühlen. Außerdem fährt man völlig andere Strecken - selbst die durchschnittliche Bundesstraße fühlt sich nämlich an wie eine verdammte Landebahn, wenn man im vierten und letzten Gang maximal 60 fahren kann. Das alles schoss mir durch den Kopf, als ich neulich wieder vom Ende des Mayakalenders hören musste. Mein Kumpel hatte mich angerufen und wollte eigentlich über seinen nächsten Urlaub reden. »Wenn wir dann noch da sind, nach dem 21.12.«, sagte er, »dann werde ich meinen 2013er Moppedurlaub planen und ich habe das Verlangen nach etwas Merkwürdigkeit. Deswegen rufe ich dich an.«
»Okay«, sagte ich, »hier ist mein Vorschlag: 60 Km/h fuhren unsere Mopeds damals, mit 60 km/h sieht die Welt völlig anders aus. Ich will, dass Du Deinen ganzen Urlaub lang nie schneller als 60 fährst. Und vor deiner Garage fängst Du damit an.«
»Ich hätte Dich nie anrufen sollen!«, fluchte er und wollte auflegen.
»Warte«, sagte ich, »denk mal drüber nach. Erinnerst Du an die Sommer in unserer Jugend? Für die fünf Kilometer Landstraße zur Kiesgrube haben wir eine viertel Stunde gebraucht. Ständig haben wir irgendwelche Dinge gesehen, zum Beispiel Partyspuren an den Bunkeranlagen oder die Bauern bei der Arbeit oder die Kids, die alle in den einen Waldweg fuhren. Im nächsten Dorf, beim Kaffee, haben wir die Einheimischen dann gefragt, was es damit auf sich hatte, und das hat uns immer die besten Tipps eingebracht.«
»Hm«, murmelte mein Kumpel, er schien sich langsam zu erinnern.
»Dann fuhren wir die absurdesten “Abkürzungen”, weil wir im Prinzip auf jedem Terrain gleich schnell waren und die Routen, wenn wir weiter weg wollten, waren sowieso völlig daneben, zumindest neben Allem, wo man heute langfahren würde.«
Mein Kumpel lachte. »Ich sage Dir: Mit 120 Sachen kriegst Du das alles einfach nicht mit. In so einem 60er-Urlaub wirst Du Deine Heimat nochmal komplett neu kennenlernen. Das wird hart in den ersten Tagen, Dein ganzer Jahresstress wird wie ein Stausee auf Deine Gashand drücken, aber irgendwann bricht dann unter Dir der Damm weg und dann musst Du Dich nur noch treiben lassen, plötzlich siehst Du das Ufer wieder, anstatt gegen eine fette Betonwand gepresst zu werden. Danach kommt Dir jeder Rentnerstau an der Supermarktkasse wie ein Formel 1-Reifenwechsel vor. Du wirst so viel Gelassenheit ausstrahlen, dass die Naturfreunde aus dem Bulli vom Nachbarstellplatz Deines Zeltplatzes beim Morgenyoga glauben, sie würden gerade Kickboxen üben, wenn sie Dich neben Deiner Maschine, praktisch zur Buddah-Säule erstarrt, stehen sehen.«
»Ja ja, ich habe verstanden«, unterbrach mich mein Kumpel. »Also gut, warum nicht. Früher haben wir immer die Bar gewechselt - wir haben den Barkeeper nach einer anderen guten Bar gefragt, und nach seinem Lieblingsdrink dort. Beim nächsten Mal sind wir dann dorthin und so ging es immer weiter. Das könnte man natürlich auch mit Dorfcafés machen, oder mit Pizzabuden oder Tankstellen. Dann bin ich wenigstens gezwungen mit den Leuten zu reden.« »Ja, genau!«, plauzte ich raus. »Exakt was ich meine. Aber vergiss dabei nicht das Langsamfahren. Wenn Du zurück bist, will ich Deinen Fahrtenschreiber auf dem Navi sehen - wenn Du schneller als 60 gefahren bist, dann ist das Ganze 2014 nochmal Programm! Sollte es Dir allerdings gelingen, dann garantiere ich Dir: den Urlaub vergisst Du nicht - merkwürdig ist dafür das richtige Wort.«

Urlaubsfilmer unter sich

Aus meiner Tourenfahrer-Glosse:

Der nächste Urlaub ist schon so gut wie geplant, warum dabei diesmal nicht einfach einen Film machen. Wer sich auf diesen Wahnsinn einlässt, der hat neuerdings drei Möglichkeiten, von denen zwei garantiert in die Hose gehen. Das erzählte mir neulich ein Biker, der sich mit Urlaubsfilmen auszukennen schien. Genau genommen standen wir am Fuß eines Passes, dem letzten Pass, der in unserer Gegend noch offen war.
»Drei Möglichkeiten«, sagte der Kerl, »Die erste davon ist eine Action Kamera«, dabei zeigte er auf seine, die am Lenker montiert war. »Die GoPro zum Beispiel, mit der liegst du nie falsch, die gibt es für nen Appel und nen Ei, du kannst sie dir auch schenken lassen, zum Beispiel von deiner Frau. Erstklassige Bilder wird dir das bescheren, Bilder von der Straße oder von deinem Kopf beim Fahren. Die wirst du gut gebrauchen können, aber sei dir sicher: deine Tochter wird dich nach der Vorführung deines Filmchens zur Seite nehmen und dir verkünden, dass das Lied, auf das du die Bilder geschnitten hast, ein kompletter Fehlgriff war.

Die zweite Möglichkeit«, fuhr er fort und zeigte auf seinen Tankrucksack, »ist eine Spiegelreflexkamera. Die können ja inzwischen auch alle filmen. Das Bild ist dann auf Hollywoodniveau, wenn du Zeit hast, dich um das Bild zu kümmern. Die schlechte Nachricht ist: diese Zeit wirst du nicht haben, jedenfalls nicht auf einer Moppedtour. Am Ende der Reise hast du dann 10 gute Einstellungen, mit denen nicht mal Hitchcock eine Story hätte erzählen können.« »Also gut«, sagte ich, »Lass mich raten: bleibt als letzte und beste Option nur ein klassischer Camcorder?«
»Richtig«, sagte er und öffnete seine Jacke, eine Videokamera kam zum Vorschein, die an einem langen Band um seinen Hals hing. »Die kann ich selbst während der Fahrt bedienen und das zur Not auch mit Handschuhen. Oder ich rase davon, spring vom Mopped und filme die Vorbeifahrt meiner Truppe – da geht es immer um Sekunden, Handlichkeit hat die höchste Priorität, meine Kamera steht praktisch immer auf Vollautomatik. Und ich habe sie überall dabei. Wenn mein Kumpel neben mir am Pissoir einen Witz reisst, dann greif ich in meine Jacke und starte die Aufnahme. Drei, vier Sekunden, länger darf das nicht dauern, nicht mal, wenn du gerade duschst. Es gibt Kameras, die ein paar Sekunden rückwirkend aufnehmen und das ist genau das, was du brauchst! Wenn diese Kameras auf Standby sind, dann merken die sich die letzten x Sekunden und sobald du Record drückst, werden die vorn an deine Datei mit drangehängt. Selbst wenn das Bild dann unbrauchbar ist, weil die Kamera da noch um deinen Hals hing – damit hast du zumindest den Anfang des Witzes von deinem Kumpel im Ton mit drauf.«
Er hatte recht. Schicke Bilder macht inzwischen jedes Handy, aber hier kommt der Haken: das Bild ist nur die halbe Miete und bei Urlaubsvideos ist das Bild nicht mal die Nebenkosten wert. Was wirklich zählt ist der Ton. Zumindest dann, wenn man auch mal seine Kumpels filmen will, die haben schließlich was zu sagen.
»Wenn du keine authentischen Gespräche aufnimmst, dann kannst du im Prinzip nur Musikvideos draus machen und Musikvideos haben eine unangenehme Einschränkung«, sagte er. »Sie funktionieren nur für die, die das Lied mögen und du kannst davon ausgehen, dass du im Zweifel der Einzige im Raum bist, für den das gilt.« Er schloss seine Jacke wieder. »Ein gutes Mikro in einem handlichen Camcorder – darauf musst du achten«, fasste er sich selbst nochmal zusammen und setzte den Helm auf. »Ich kenne nur eine Ausnahme: pack eine lustige Erzählerstimme auf die Bilder – das funktioniert dann auch mit der Action Kamera.« Er schaltete seine GoPro ein.
»Schön gesagt«, freute ich mich. »Ist es okay, wenn ich das verwende?« Er kuckte verwirrt. Dann zeigte ich auf meine KTM, die zwei Meter neben uns stand. Auf der Gepäckrolle lag mein Camcorder und filmte. »Nur zu, Kollege«, lachte er, schmiss seine GS an und fuhr den Pass hoch.

Winter

Wieder Neues aus meiner Tourenfahrer-Glosse:

Kein Grund zur Panik, solange es Fortschritt gibt.

Neuschnee ist keine gute Nachricht für die meisten von uns. Zwanzig Zentimeter davon lagen heute vor meiner Haustür, der Bus hatte noch keine Winterreifen und das Mopped stand nicht mal in der Garage. Wie konnte das passieren? »Hey, Nietzsche, was ist mit dem Klimawandel? Für den hab ich bezahlt, wo bleibt er?«, brüllte ich die Katze unseres Nachbarn an, die sich scheinbar über meine Badelatschen lustig machte, in denen ich zum Briefkasten laufen wollte. »Vergiss es«, murmelte ich, ging wieder rein und schaltete das Laptop ein. Neuschnee ist immerhin eine Ausrede um einkaufen zu gehen. Weihnachten kommt sicher und ich will verdammt sein, wenn ich ich nicht das Beste aus einhundert Jahren Motorradkultur mit zitternden Händen aus lausigem Geschenkpapier reiße, und wenn ich es mir selbst schenken muss. Eine bessere Gelegenheit wird es so bald nicht geben, also lassen wir uns lieber schnell noch einen Kaffee raus, loggen uns bei Amazon ein und verschanzen uns hinterm Ofen, bis der Postbote kommt.

Das letzte mal, dass ich völlig unerwartet dem Winter in die Augen starrte, war vor 13 Jahren. Ich fuhr mit einer alten Yamaha durch Texas, wo man um die Zeit sonst im Polo-Shirt auf den Golfplätzen herumhängt. Aber nicht in diesem Jahr. Eine Kaltfront hatte Südtexas erreicht und meine Straße in eine Hölle aus Eis verwandelt. »Hm«, dachte ich, als ich am ersten Feiertag 6 Uhr 30 in einem Motel aufwachte. »Na dann viel Glück, Junge.« Ich wollte Richtung Mexiko weiterfahren, zum Big Bend Nationalpark, an die Staatsgrenze. Ich hatte 400 Meilen vor mir, bei 15 km/h dauert das 43 Stunden, ich musste also mindestens 50 fahren und das war auf Eis praktisch nicht unfallfrei möglich. Aber ich hatte keine Wahl. Ein Tag im Motel vorm Cable-TV mit Junkfood war grandios, aber zwei, drei solcher Tage wären eine Überdosis. Das ist wie mit allen Drogen, geh einen einzigen Schritt zu weit und der Horror bricht über dich herein und der Wahnsinn frisst sich durch dein Gehirn und hinterlässt böse lange Schatten. So stand ich dort, zum Sonnenaufgang, auf dieser Kreuzung in Texas, mit 650 Kilometern geradlinigem Highway vor mir, der in spätestens vier Stunden zu einer Hölle aus Eis werden sollte und ich wusste nicht, ob ich vor Kälte oder Angst zitterte.


Ich kam noch vor der Dämmerung am Hotel an. Dort brauchte ich zehn Minuten um meinen Helm abzusetzen. Der Verschluss war zugefroren und meine Hände zu Klauen vereist. Als ich dann wieder reden konnte, lachte die halbe Belegschaft über meinen Zimmerwunsch. »Kuck dir den Irren dort an, er will heute ein Zimmer.« Natürlich war das Haus komplett ausgebucht, aber man brachte mir immerhin einen Kaffee. Es sah so aus, als ob ich weiter müsste, Plan B gab es nicht, es gab nur diese Geisterstadt am Rio Grande, wo ich mich in eine heiße Quelle setzen könnte, um dort die Nacht im Wasser zu verbringen.

Was ich auch tat. Am nächsten Morgen sah ich nicht weit von der Quelle entfernt eine alte BMW R80G/S neben meinem Mopped stehen und ihr Fahrer sah aus, als ob er noch einiges vor hatte. »Klassiker!«, sagte er, als ich ihn begrüßte und zeigte auf meine Yamaha. Es war scheinbar Routine für ihn, am Ende der Welt, 50 Meilen von der nächsten Asphaltstraße entfernt, auf andere seltsame Biker zu treffen. »Du kennst das Motorrad, oder?«, fragte er mich und zeigte immer noch auf mein Bike. Dann holte er eine Kaffeemaschine aus seinem Topcase, lud mich zum Frühstück ein und erzählte die Geschichte meiner Yamaha XY600 Radian, Baujahr 1986. Die ging ungefähr so: Mitte der 80er, das war die Zeit in der es still wurde in den Chefetagen der Moppedkonzerne. Die Geschäftsführer wurden nervös. Gerade eben noch hatte man sich 20 Jahre lang täglich in den Schlaf gelacht, weil sich praktisch zwischen Abendbrot und Frühstück dauernd die Verkaufszahlen verdoppelten, bis scheinbar plötzlich keiner mehr was kaufen wollte. Entsetzte Gesichter, wohin man schaute, bei Händlern und Produzenten, der Untergang der ganzen verdammten Branche schien bevorzustehen. Cruiser wurden erfunden, Tourer, Supersportler, aber die Kisten standen nur rum und wurden speckig vom Hin- und Hergeschiebe zwischen ungeheiztem Lager und Verkaufsraum. Panik machte sich breit, niemand hatte Kohle für neue Moppeds übrig.
Dann kam die Radian auf den Markt. 2.400 Dollar für eine Vierzylinder – 40% weniger als alle vergleichbaren Bikes kosteten und das für eine erstklassige Maschine, die auf der Viertelmeile den 600er Supersportlern davonzog, dabei besser aussah, weniger verbrauchte und sich auch noch gut anfühlte. Bike des Jahres und Kaufempfehlung in praktisch jedem Moppedmagazin – sowas gibt es nicht oft, nämlich immer nur dann, wenn der Markt es von den Unternehmern einfordert. Danach hatten alle wieder was zu lachen, die Branche erholte sich.
»Fortschritt heißt das«, sagte der Biker. »Deine Yamaha«, er verbeugte sich fast vor dem Mopped, »steht für Fortschritt durch Kapitalismus.«

Daran musste ich denken, als ich mich heute neben den Ofen auf die Couch setzte, die Beine hochlegte und mich bei Amazon einloggte. Kein Stau, keine Schlangen, keine Parkplatzsuche. Ein paar Millionen Artikel und Lieferung am nächsten Mittag. Und was kaufe ich nun zu Weihnachten? »Hallo Stefan, Empfehlung für Sie: ›Robert M. Pirsig: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten‹«

Hinter dem Tellerrand

Wieder Neues aus meiner Tourenfahrer-Glosse:

Warum Liechtensteiner bessere Grenzkammstraßenfahrer sind.

Meine KTM lag nur drei Meter unter der Straße, von dort aus ging es aber nochmal 50 Meter runter. Da es seit ein paar Stunden regnete, rutschten wir bei jedem Versuch die Adventure zu bergen mit den Stiefeln im Dreck weg. Der Hang war viel zu steil zum Fahren, der Reifen schleuderte nur Matsch und Steine rum und das Heck rutschte immer wieder Richtung Abhang, sobald wir am Gas drehten. Es blieb also nur noch, die Karre mit Muskelkraft irgendwie am Felsen entlang hochzuzerren. Aber obwohl sie nur 170 Kilo wog und wir zu zweit waren, brauchten wir eine Stunde um einen halben Meter zurückzulegen und waren anschliessend völlig fertig. Vielleicht auch, weil die Luft so dünn war, wir waren auf 2.000 Meter Höhe, auf der Ligurischen Grenzkammstraße.

Dabei hatte der Tag ziemlich gut angefangen, so gut, wie nicht viele Tage anfangen. Unsere Zelte standen auf einer Wiese, weit über der Baumgrenze. Die Sonne kam gerade hinter dem Felsmassiv vor, das auf der anderen Seite des Tals vor uns lag und wie eine Insel aus der Wolkendecke ragte. Wir befanden uns auch auf einer solchen Insel, die Luft war klar hier oben, der Tau glitzerte auf den Maschinen. Mit einem Kaffee in der Hand grinsten wir unsere Motorräder an, die aus der sowieso schon beeindruckenden Szene ein gemeinsames, bevorstehendes Abenteuer machten. Neben mir und meinem Kumpel Matt stand noch ein dritter Kerl, Urs aus Liechtenstein. Der hatte uns den Kaffee gebracht, aus seinem umgebauten schweizer Militär-LKW. Den letzten Abend hatten wir mit ihm hier am Lagerfeuer verbracht. »Dazu fällt mir leider gar nichts ein«, hatte ich ihm am Feuer gesagt. »Wozu?«, fragte er. »Zu Liechtenstein«

So wie Urs ging es mir auch schon mal - in den USA. Dort wusste praktisch auch keiner über Länder bescheid, die kleiner waren, als das eigene Land, worunter dann eigentlich alle Länder fallen, auch Deutschland. Mehrheiten wissen scheinbar generell nur über sich selbst bescheid, während Minderheiten nicht nur sich selbst, sondern oft auch noch die Mehrheit durchschauen - das war damals meine These und diese These ließ sich auch auf Moppeds anwenden. So wie Urs aus Liechtenstein geht es nämlich zum Beispiel auch den Triumph-Fahrern, die sind alle schon mal Zwei- oder Vierzylinder gefahren, während außer ihnen aber kein Mensch weiß, was eine Dreizylinder ausmacht. Das ging mir durch den Kopf, als ich Urs aus seinem Gefährt steigen sah. Ich fragte mich, was er als Minderheit zu sagen hatte, als Bewohner einer Monarchie, mit 30.000 Einwohnern, die mich in schwarzen Luxuslimosinen mit schwarzen Kennzeichen jede Woche auf dem Weg nach Zürich auf der Autobahn überholten. »Wie konnte es dazu kommen«, fragte ich ihn schließlich bei Kaffee und Sonnenaufgang und zeigte auf das Heck seines Expeditionsfahrzeugs, »dass Liechtenstein das einzige europäische Land mit gutaussehenden Nummernschildern ist?«

»Oh ja«, sagte er fast traurig. »Das geht weit zurück. In Europa fing es zuletzt wieder in den 60ern an. ›Größer ist besser‹ war immer mehr das Motto«, sagte er und meinte damit nicht die Nummernschilder. »Vor allem die politische Macht wanderte immer mehr ins Überregionale ab und diese Entwicklung findet gerade mit der EU sozusagen ihren vielbeachteten und spektakulären Abschluss. Liechtenstein, dagegen, ist so klein«, fuhr Urs fort, »dass die meisten von uns in die Schweiz umziehen könnten, ohne den Freundeskreis zu verlassen. Um uns als Steuerzahler zu behalten, muss sich unser Staat also ernsthaft um uns bemühen, und mit der Schweiz als unmittelbaren Konkurrenten auf dem Steuerbürgermarkt, ist das gar nicht so einfach für Liehtenstein.« Steuerbürgermarkt - das war schon mal keine gewöhnliche Perspektive, jedenfalls nicht in Deutschland. »Du kennst vielleicht diesen berühmten Ausspruch«, fuhr Urs fort, »›Frage nicht, was dein Staat für dich tun kann - frage, was du für deinen Staat tun kannst.‹ Von Kennedy stammt das und wenn demnächst die Bürgerrechte des Durchschnittsamerikaners noch weiter schrumpfen, dann kann bald jeder sehen, wohin das die USA gebracht hat. Da gefällt mir das Zitat des amtierenden Prinzen von Liechtenstein besser: ›Frage nicht, was ein Bürger für den Staat tun kann, sondern was der Staat für den Bürger besser tun kann, als jede andere Organisation.‹« »Ja, da ist was dran«, sagte mein Kumpel später zu mir. »So reden Leute, die man nicht so einfach in die Schranken weist.«

Nach dem Kaffee fuhren wir los und gegen Mittag hatten wir das anspruchvollste Stück der Strecke erreicht, einen Abschnitt voller fetter Steinsbrocken, der allerdings nur 500 Meter lang war. Hier kamen uns die ersten und letzten Leute entgegen, ein Sohn, der sein Bike weiter vorn abgestellt hatte und jetzt die Straßenenduro seines Vaters über die Steine zirkelte. Davon abgesehen war die Grenzkammstraße harmlos, jedenfalls wenn man nicht schneller als im Dritten fuhr. Selbst für einen Unimog war das machbar. Nur ein Schwachsinniger würde hier mit dem Mopped abstürzen, die Piste ist überall mindestens zwei Meter breit, dachte ich gerade, dann kamen wir an eine Schranke. Links neben der Schranke ging eine Felswand nach oben, rechts ging es 50 Meter runter. Zwischen Schranke und Abhang sah ich einen kleinen Pfad im Matsch. Kein Problem, dachte ich, den nehme ich. Bis ich mit meiner Gepäckrolle an der Schanke hängen blieb. Dann begann mein Mopped langsam in den Hang zu kippen, während ich, auf den Rasten stehend, krampfhaft versuchte es in die andere Richtung zu ziehen. Fünf Sekunden dauerte es, bis klar war, dass ich stürzen würde, dann stieß ich einen merkwürdigen Laut aus, krachte der kompletten Länge nach in den Hang, das Bike schlug einmal über mich drüber, blieb aber auf der linken Seite liegen, weil ich irgendwie das Lenkerende festgehalten hatte. So rutschten wir noch ein paar Meter, bis das Kupplungsgehäuse am Felsen hängen blieb. Eine Stunde später saßen Matt und ich keuchend neben dem Mopped, ohne einen Schimmer, wie wir die Kiste wieder hochkriegen sollten. Dann kam unser drahtiger Sportsfreund Urs mit seinem LKW angefahren, stoppte vor der Schranke, stieg in den Hang herab und hiefte fast im Alleingang die KTM wieder hoch.


Nun standen wir alle gemeinsam vor der Straßensperre und ich war drauf und dran umzukehren. Aber Urs, der Liechtensteiner, lächelte nur, ging zur Schranke, schaute sich das Schloss an, stellte fest, dass es gar nicht verschlossen war, öffnete den Balken und fuhr leise und unspektakulär davon.

Die Kurve kriegen

Neues aus meiner Tourenfahrer-Glosse:

Wer nicht mit Vollgas in den Ruin fahren will, der sollte seine Sicherheit bald selbst in die Hand nehmen.

“Was ist das?”, fragte der Typ und zeigte auf meine Schuhe.
“Bunker Rommel 2”, sagte ich, so hießen die Schuhe tatsächlich. Er runzelte die Stirn. “Die habe ich in einem normalen Punk-Laden gekauft, in Zürich”, sagte ich. “Hergestellt in Spanien - hab ich extra gegoogelt, nachdem mir der Name dann auch komisch vorkam. Mit Nazi-Bullshit hat das scheinbar nichts zu tun.”
Er lachte. “Ich meine, wo ist Deine Schutzkleidung? Das hier ist ein Sicherheitstraining!”
Ich war eigentlich nur auf der Durchreise. Mein Mopped parkte in der Stadt, aber die Klamotten hatte ich nicht dabei. Deswegen kam ich wie ein Tourist auf das Übungsgelände, was dem Trainer gar nicht passte und mir auch nicht. Aber es ließ sich nicht ändern, glaubte ich. Das Training hatte mir am Vorabend ein alter Kumpel geschenkt. “Hier Junge, mir ist was dazwischen gekommen. Geh hin, wenn Du Zeit hast. Dann lernst Du mal ordentlich fahren.” Womit er gar nicht so unrecht hatte. Ich fuhr zwar seit 20 Jahren, aber alles was ich mir von Profis dazu hatte sagen lassen, passte in eine Fahrstuhlunterhaltung. “Hm, warum nicht”, sagte ich. “Gib her, das Ding.”
“Unter einer Bedingung”, er hielt den Gutschein zurück. “Ich will, dass Du jede einzelne Übung am Limit fährst”, sagte er und grinste. “Uuh”, stöhnte ich und zögerte. “Okay, Deal.”

Wir waren 10 Leute, darunter eine Frau. Fünf Naked Bikes, vier Reiseenduros und meine LC4 Adventure, an der noch der Schlamm von der Breslau-Rallye klebte.
Der Plan war folgender: Kurventraining, Ausweichtraining, Mittagessen, Bremstraining. Unser Altersschnitt war vielleicht 40. Vier oder fünf fuhren regelmäßig und zwei oder drei waren Wiedereinsteiger. Jeder hatte seine eigenen Gründe für das Training, aber es gab etwas, das allen gemein war: ein Sinn für Eigenverantwortung. Was nach einer üblen Großmutter-Phrase klingt, aber auch heute immer noch sehr nützlich sein kann, wenn man es erst mal verinnerlicht hat.
Mit meinem Kumpel vom Vorabend, der gebürtiger Schwede ist, kam ich genau darauf zu sprechen. “Diese Stadt hat eine halbe Million Einwohner”, sagte er, als er mir den Gutschein gab. “Und pro Jahr machen davon hier nicht mal einhundert dieses Training”, fuhr er fort. “Es gibt eine Redensart unter alten Schweden: Schwede zu sein bedeutet, für sich selbst vorzusorgen, auf sich selbst aufzupassen und niemandem zur Last zu fallen. Das war vor einhundert Jahren.” “Was ist draus geworden?”, fragte ich. “Der Sozialstaat ist draus geworden”, sagte er. “Meine Großmutter gehörte zur letzten Generation, die diesen unerschütterlichen Stolz hatten, die Überzeugung, dass sie ihre eigenen Herren im Leben sind, ihre eigenen Glückes Schmied, egal was passiert. Mit dieser Einstellung hat diese Generation das schwedische Wirtschaftswunder geschaffen. Und dann begann die Umverteilung, der Wohlstand war ja da, also haben sie das, was vorher privat organisiert wurde - das Helfen der Bedürftigen - zur Staatsaufgabe gemacht. Das hat die Moral fundamental verändert. Meine Generation”, sagte er, “ist bereits mit dem Bewusstsein aufgewachsen, dass wir ein angeborenes Recht auf Bildung, Gesundheit und Sicherheit haben. Unsere Kinder sind nun soweit, dass sie glauben, sie hätten ein recht auf Arbeit. Mein Neffe glaubt, dass die alten Menschen ihm die Arbeit stehlen. Man hat ihm gefälligst eine Arbeit zur Verfügung zu stellen. Die Moral meiner Großmutter, dass sich jeder um sich selbst kümmern muss, steht jetzt, drei Generationen später, auf dem Kopf. Und deswegen”, er schien nun endlich auf den Punkt zu kommen. “Und deswegen ist, erstens, Schweden schon lange nicht mehr unter den wohlhabendsten Ländern der Welt - es geht bergab und es sieht nicht so aus, als würden wir die Kurve kriegen, und zweitens, deswegen macht niemand mehr diese verdammten Sicherheitstrainings.” Womit er vielleicht recht hatte, viele Leute denken wahrscheinlich ihre Sicherheit wäre Aufgabe des Staates. Aber ich hatte keine Zeit, darüber weiter nachzudenken, es war schon halb zwei und das Training sollte 9 Uhr beginnen.

Das Übungsgelände in Dresden liegt am Flughafen und ich fuhr erst mal dran vorbei, weil es so klein ist. Der ADAC macht dort nur Basistrainings, wofür der Platz dann allerdings ausreicht. Mit starker Maschine und guten Bremsen kann man hier vielleicht auf 130 beschleunigen, ohne im Terminal einzuschlagen.
Die beste Übung war das Kurvenfahren, beziehungsweise das plötzliche Verringern des Kurvenradius, was der entscheidende Tipp werden sollte, den ich mit nach Hause nahm, 15 Jahre zu spät, allerdings. Damals bin ich als Teenager immer mit einer Honda Dominator ins Nachbardorf gefahren und habe die Zeit von Ortsschild zu Ortsschild gestoppt. Ein halbes Jahr lang machte ich das mindestens wöchentlich, bis ich eines Tages zu schnell war. Ich fuhr zu schnell in die Apfelplantagenkurve und begann dann zu bremsen, in Schräglage, im ersten Drittel der Kurve.
“Bist du dämlich, Junge?”, hätte man dazu in der Fahrschule gesagt, was aber leider nichts nützt, denn jeder halbstarke Fahrschüler weiß genau, dass der Tag kommen wird, an dem genau das passiert. Man wird doch zu schnell sein, in irgend einer Kurve, und was dann?
“Ihr könnt ruhig in der Kurve bremsen, egal was die Fahrlehrer sagen”, versicherte uns der Trainer, was ich schon mal sehr nett fand, denn nicht zu bremsen, wenn man offensichtlich zu schnell ist, fordert unmenschliche Disziplin von einem Laien. Aber wo war dann der Trick? Ich hatte gebremst, damals, und natürlich hatte sich das Bike aufgerichtet, die Spur verlassen und rutschte dann mit dem Vorderrad im Schotter des Straßenrands weg, im Scheitelpunkt der Kurve. Was mein Glück war, denn dadurch schleuderte es mich vom Mopped runter, das dann frontal in einen Baum krachte. Mit 60.
“Das funktioniert nicht!”, sagte ich mit schmerzverzerrtem Gesicht zum Trainer.
“Richtig. Bremsen alleine reicht nicht”, sagte er. “Ihr müsst dabei das kurveninnere Lenkerende von euch wegdrücken!” Er hatte recht! Wir übten das ein paar Mal und es funktionierte prächtig, man konnte den Kurvenradius so wunderbar korrigieren. In manchen Kurven konnte ich meine Eintrittsgeschwindigkeit auf die Art beinah verdoppeln. Was ich auch musste, um ans Limit zu kommen, wie ich es meinem Kumpel versprochen hatte. Er wollte scheinbar, dass ich das Maximum aus mir rausholen konnte, um mich auf mich selbst verlassen zu können, wenn es mal hart auf hart kommen sollte. So wie es seine Großmutter wahrscheinlich noch getan hat.
Ich übte den kompletten Heimweg lang, hin und wieder spürte ich irgendwas schleifen. Dann zog ich meine Schuhe aus, als ich da war. “Dieser billige Müll!”, fing ich an zu schreien. Meine Bunker Rommel 2 waren ruiniert. Dann erinnerte ich mich an meinen Kumpel und seine Großmutter und wurde kleinlaut. “Okay, vielleicht hätte ich mir selbst noch rechtzeitig passende Schuhe besorgen müssen.”

Die Klassenkämpfer

Neues aus meiner Tourenfahrer-Glosse:

Ich habe schon lange keine Gesetzestexte mehr brennen sehen, aber die Benzinkanister stehen bereit und die Luft ist geladen. Die ersten Funken werden wir noch auslachen, dann wird es plötzlich ganz still sein - aber nur für einen Augenblick. Wer anschließend die Augen aufmacht, der steht mitten in einer tobenden Menge, nur ein paar Meter vom Feuer entfernt. Am 28. August 1998 starrte ich selbst in die Flammen, gemeinsam mit 7.000 weiteren Bikern. Wir waren aus 27 Ländern nach Bonn gekommen um ein 100 Seiten-Dokument des Bundesumweltministeriums brennen zu sehen. Beziehungsweise waren manche auch nur zum Saufen da, oder zum Essen, oder um auf 5 Hektar in feinster Motorradtechnik umherzutollen, zwei Tage und zwei Nächte lang.

Mein Kumpel und ich kamen schon am Vorabend an, und zwar wie lahme Gäuler, unsere Maschinen waren nämlich nicht für Touren geeignet, die länger waren, als der Tank reichte. Bei Gebhardt waren das 160 Kilometer - 90 weniger als an beliebigen Sonnentagen, weil wir mit Vollgas aus dem Osten nach Bonn fuhren. Nach 5 Stunden Fahrt musste er sich immer erst mal schlafen legen, seine Chopper fuhr sich nämlich so wie sie aussah, wie ein Extremumbau. Die Nickerchen machte er dann auf dreckigen Parkplätzen, mit der Bordsteinkante als Kopfkissen. Ich hatte auch nichts zu lachen. Auf meiner Ratten-Streetfighter hing mein Oberkörper fast parallel über dem Tank, mein Kopf war nach oben gerissen, der Hals komplett überstreckt, die Handgelenke übel abgewinkelt und aus den Mundwinkeln lief mir das Blut. Oder der Sabber, jedenfalls kam ich mir vor wie Jack the Ripper über einer gerissenen Nutte.

Am nächsten Morgen war klar, dass sich die Anreise gelohnt hatte, denn es rollten ein paar tausend Maschinen direkt an unseren Schlafsäcken vorbei. Ich hatte gerade noch Zeit meinen Auspuff abzubauen, dann mischten wir uns in die Kolonne, die zu den zwei größten Bonner Parteizentralen fahren sollte. An den Straßenrändern standen die Zuschauer und staunten, darunter ein paar Dutzend junge Burschen, die auf der Stelle ihre Großmütter anriefen, um einen Kredit für den Motorradführerschein zu verlangen. Jede denkbare Art von Zweirad war vertreten und man konnte wirklich nicht sagen, wer hier Mainstream war, alle waren eigen. Hinter mir fuhr ein ungarischer Superbiker, schräg vor mir ein Tourenfahrer aus Australien. Auf der Grasnarbe schlatzte ein Motocrosser, auf dem Randstreifen ein Cafe-Racer aus dem Nachbardorf. Neben ihm sein Kumpel auf einer Streetfighter ohne Betriebserlaubnis, dahinter ein Chopper-Fahrer mit Klubabzeichen auf der Weste und zwischendrin ein paar Teenies auf ihren Mofas. So zog sich die gesamte Kolonne hin, über Kilometer. Als wir zum Tanken aus dem Strom ausscherten, krachten zehn Minuten lang lückenlos Motorräder vorbei, während die Tankwarte ein Bike nach dem anderen für einen Zehner auf die Hand mit Super befüllten ohne den Hahn je in die Zapfsäule zu hängen. Vor mir an der Tanke stand eine Honda Shadow mit Presseaufkleber und einem jungen Schäferhund im Tankrucksack. Hinter mir stieg gerade Mad Max von seiner Speed Triple, auf die er seinen Simpson-Helm geschnallt hatte, um statt dessen seinen Irokesen spazieren zu fahren. Es gab nur eine Gemeinsamkeit, die ein Motorradkenner unter diesen Siebentausend ausmachen konnte: jeder Einzelne von ihnen war so gekommen, wie er es für richtig hielt. Mit Eintopf oder Sechszylinder, Hund auf dem Tank oder Opa im Beiwagen. Die siebentausend Biker waren angereist um wissentlich oder nicht gegen ihre Bevormundung zu demonstrieren. Sie wollten auch in Zukunft ihr eigenes Ding machen und hatten keine Lust auf Leute, die ihnen ihre Privatangelegenheiten entreissen, bis jede beknackte Schraube und Faser Bestandteil ist, von einem staatlich genormten, öffentlichen Einheitsbrei.

Siebentausend Biker - das waren zwanzigtausend weniger, als es hätten sein sollen und als man erwartet hatte, nachdem was in Paris und Brüssel in den Jahren zuvor los war. Entsprechend war die Stimmung bei den Motorradverbänden. BVDM, Biker Union, VCM und Kuhle Wampe hatten diese sechste und letzte Euro-Demo organisiert und bezahlt, als Demo gegen motorradfeindliche europäische Gesetzgebung. Das 100-PS-Limit war zum Beispiel noch nicht vom Tisch oder wie wäre es mit Beinprotektorenpflicht, Reifenbindungen, Ozonfahrverboten. Das hörte sich an wie der totale Gouvernantenstaat, aber es kümmerte trotzdem nicht viele. Deswegen feierten wir schnell noch die letzten freien Tage, denn demnächst würden wir uns wahrscheinlich strafbar machen, wenn wir ohne Schutzausrüstung unser Mopped nur aus der Garage schieben. Jedenfalls schienen sich die siebentausend Biker an diesem Wochenende darüber einig zu sein, dass sie nicht von ahnungslosen Bürokraten, die sie nie gesehen und nie gewählt hatten, behandelt werden wollten wie deren gottverdammte Kleinkinder. Exakt das war auch die Sorge der Organisatoren an dem Abend, die ziemlich sauer waren, dass so wenig Deutsche protestierten. Und wer das Gefühl hat nicht gehört zu werden, der wird eben etwas lauter, bis in der Dämmerung endlich die ersten Regierungsdokumente brannten.

Nicht weit vom Feuer stand ein alter glatzköpfiger Biker neben einer Goldwing, die mit riesigen Einbau-Boxen auch als Sound-Station diente. Um ihn standen vielleicht 10, 12 Leute und applaudierten hin und wieder. Der Kerl hatte ein maßgeschneidertes Manschettenhemd an und irgendjemand nannte ihn den Milieu-Anwalt. Ich stellte mich mit meiner Bockwurst auch dazu und sperrte die Ohren auf: „Heute ist es so, dass im Konfliktfall eines Bürgers mit dem Staat immer der Staat entscheidet wer Recht hat. Wenn der Staat z. B. entscheidet, dass du ihm mehr Steuern schuldest oder er dir verbietet, dass in deinem Laden geraucht wird, und du dem nicht zustimmst, was kannst du dann tun? Dann kannst du nur zu einem staatlichen Gericht gehen, besetzt mit Richtern, die selbst aus Steuern bezahlt werden. Und was werden diese Richter dann bestimmen? Natürlich, dass alles rechtens ist! Staatlich inszenierter Raub, Körperverletzung, Totschlag, Mord, Krieg – alles wird auf diese Weise „rechtlich“ sanktioniert. Wer das nicht glaubt, der sollte den Regierungschef mal wegen der Beihilfe zu Mord und Totschlag in Kriegsgebieten anklagen. Die Klage würde nicht mal angenommen werden und wenn doch, dann wäre der Ausgang von vornherein klar: Freispruch!” Es versammelten sich mehr und mehr Leute um ihn und aus allen Richtungen tönte es Zustimmungen. Und dann wurde es noch besser, als mir auffiel, dass dabei aus den Boxen der Goldwing immer wieder der Refrain eines Folk-Songs tönte: „Sag mir auf welcher Seite du stehst, Junge! Auf welcher Seite stehst du? Wirst du ein lausiger Schmarotzer sein oder wirst du sein ein freier Mann?“ Das jagte mir einen heftigen Schauer über den Rücken und ich wusste auch gleich, woher ich den Schauer kannte.

Ich war 13 als mich ein Protestsong das erste Mal zum Heulen brachte. Westernhagens „Freiheit“ war das, der drei Tage nach dem Mauerfall in Berlin aus ein paar tausend Radios von den Balkonen runter schallte, live übertragen vom ersten deutsch-deutschen Rockkonzert. 11 Stunden lang gaben sich dort die besten Liedermacher und Rockbands das Mikro in die Hand. Keine zwei Tage hatte die Organisation des Konzerts gedauert. Noch während dieser 11 Stunden überschlugen sich die Ereignisse und der Moderator gab Meldungen durch wie diese: „Der Verteidigungsminister der DDR hat soeben in der Aktuellen Kamera bekanntgegeben, dass an den innerdeutschen Grenzen der Schießbefehl aufgehoben ist!“ Solche Dinge passieren nicht oft im Leben und nachdem ich als Teenager die Welt der Erwachsenen zusammenfallen sehen habe wie ein Kartenhaus, habe ich ab sofort zweimal hingekuckt, wenn mir jemand den Status Quo als Nonplusultra verkaufen wollte. In jener Sommernacht, auf der Euro-Demo, forderte der Milieu-Anwalt jedenfalls mehr Kampfgeist von den Deutschen, obwohl der ja da war, eben nur auf der falschen Seite: "Sobald wir an die Macht kommen, drehen wir euch Motorradsportlern den Hahn zu. Der Nürburgring wird dichtgemacht, und das ist erst der Anfang". Das stammt von Lafontain, richtig, von dem schweinegesichtigen Sozialisten. Der sagt wenigstens was er denkt, wie Jürgen Trittin damals, als er den Benzinpreis noch auf 5 Mark pro Liter heben wollte. Damit ist auch klar, wo die Fronten verlaufen, nämlich zwischen denen, die den Hahn abdrehen und dicht machen wollen und denen, die ihn aufdrehen um am Wochenende mit dem Mopped zu ihrer Freundin zu fahren.

Aufdrehen und Mopped fahren? Daraus wird nichts, Kollege, zumindest nicht mehr oft, denn solange es den Staat gibt sind zwei Dinge sicher: erstens werden dich immer mehr Gesetze gängeln und zweitens wirst du dafür zur Kasse gebeten. Du wirst also entweder bald kein Bock oder keine Kohle mehr zum Mopped fahren haben. Also schau dich demnächst lieber öfter um, auf der Autobahn. In dem Zwölfzylinder-Audi hinter dir könnte ein verbitterter alter Mann sitzen, Vollzeit-Politiker, der gerade 25 Liter Sprit rausballert, den du bezahlst. Der arme Kerl muss bei Tacho 250 darüber nachdenken, an wen er deine Steuern verteilt, um auf der Überholspur zu bleiben. Wenn du Pech hast und nicht aus dem Weg fährst, dann wirst du dabei platt gemacht - Kollateralschaden. „Er zählte zu einer Minderheit in der Demokratie“ wird auf deinem Grabstein stehen. Das Ganze ist in der Tat wie ein Rennen und es geht auch um Leben und Tot. Zehn Jahre habe ich gebraucht, um es herauszufinden, aber jetzt weiß ich es und hier ist es: Es gibt nur eine Möglichkeit, bei diesem Rennen doch noch zu gewinnen und die heißt anhalten, Motor aus, Helm ab und dann erst mal umschauen. Es sieht nämlich nur bei Vollgas so aus, als ob da nur diese eine Straße wäre. Die Straße auf der uns die ausführende Gewalt vor sich hertreibt. Solange die aber die Straßen planen, wird das ganze verdammte Leben zur Autobahn, auf der Millionen grimmiger Typen von früh bis abends in die selbe falsche Richtung fahren und dabei nichts tun als nach vorne zu glotzen und die stinkenden Abgase ihrer Vorgänger zu schlucken. Also runter von der Straße, raus aus dem Verkehr, solange es noch geht. Wozu leider nicht viele die Eier haben, denn bei vollem Tempo springst du nicht ganz unbeschadet aus einem Hamsterrad.

Aber was hat das alles zu bedeuten? Ich weiß es auch nicht, aber der nächste Kumpel, der kommt und sagt: „Junge, hör endlich auf, an die Tagesschau zu glauben!“, dem werde ich eventuell genauer zuhören. Hatte er die Euro-Kriese vorhergesehen und sein Geld rechtzeitig aus dem Land gebracht? Hatte er eigentümliche Magazine auf dem Klo liegen, in denen radikales Zeug stand, das ein Jahr später plötzlich Usus war? Hat er Grübchen in den Mundwinkeln, weil er jeden Abend grinsend einschläft? Dann hat er den Durchblick und kuckt sich das Hamsterrad von draußen an. Der Mann hat seinen Sicherheitshelm abgesetzt, sein Gehirn angeschaltet und nochmal genauer hingeschaut. Dieser imaginäre Kumpel, von dem ich rede, das war der Erfinder des Kraftrads. Und des Stroms und der elektrischen Zahnbürste. Die Erfinder der Filtertüten und des Personalcomputers, der Suchmaschinen und des Multitouchscreens. Das sind die Menschen, die die Welt verändern.

“Ich scheiß auf Helmut Kohl.” sagte ein bärtiger Kerl im ACDC-Shirt neben mir, aber das brachte mich auch nicht weiter. Der Milieu-Anwalt holte zwei Stück Fleisch aus einer Kühlbox und gab sie seinem Kollegen. Ich war noch skeptisch was sein Getöne in Sachen Staat und Recht anging, also rief ich zu ihm rüber: “Wer soll die Konflikte schlichten, wenn nicht der Staat?” Der Kerl fing gerade an, einen Wein zu entkorken, reagierte aber auch gleich: “Richter und Schlichter, wie heute auch schon, nur nicht im Dienste des Staats. In einer Privatrechtsgesellschaft wendest du dich bei Konflikten an Schlichter, die von beiden Streitparteien unabhängig sind und diese Schlichter stehen untereinander in Konkurrenz um freiwillig zahlende Kunden.” Das klang einigermassen logisch, jedenfalls klang es besser, als die Idee, dass ich mich an im Staatsdienst stehende Richter wende, wenn ich ein Konflikt mit dem Staat habe. Das bräuchte natürlich eigentlich eine neutrale, dritte Partei. “Wenn sich eine solche dritte Partei ihre Reputation als unparteiischer Richter erhalten und nicht sofort aus dem Schlichtermarkt verdrängt werden will, mangels Kundschaft, dann ist auch ihr Urteil klar: Das von dir erarbeitete Einkommen ist dein Eigentum, nicht das des Staates - Steuern sind deshalb nichts anderes als Raub. Und dein Laden oder deine Gaststätte ist dein Eigentum und nicht der Laden des Staates - ein Rauchverbot, Ladenschlussgesetze oder jede andere Nutzungsbeschränkung die vom Staat auferlegt wurde, ist deshalb unrechtmäßig.”

Der Kumpel des Anwalts kam mit den Steaks vom Grill zurück und der Anwalt sagte “Danke, Professor”. Der Professor hatte eine Weste aus einem Heimatfilm an und ein schelmisches Lachen ins Gesicht gemeißelt. Mit winzigen Augen unter einer riesigen Brille schaute er mich jetzt an. Scheinbar hatte er meine Frage auch mitbekommen. Er gab die fertigen Steaks aus der Hand, nahm die Regionalzeitung von Gestern unter seinem Arm hervor, hielt mir das Titelblatt hin und nickte: “Was siehst Du?” Ein hässlicher alter Mann war zu sehen, auf einer Parteiveranstaltung. Über dem Bild stand: ”Elster im Amt bestätigt”. Das war die Titelstory. “Elster und ich sind zusammen zur Schule gegangen. Er hat drei Jahre lang neben mir gesessen und immer abgeschrieben. Bei der Abiturprüfung haben sie unter unserer Bank seinen Spikzettel gefunden und er wollte es mir in die Schuhe schieben. Heute ist er Parlamentarier.” Er steckte die Zeitung weg. “Lass dich nicht verarschen, Junge! Diese Leute leben von Deiner Arbeit, von Deinem Geld! Und das sind die selben Leute, die uns schon als Kinder genervt haben.” Dann wandte er sich an alle und rief: “Gestattet mir eine Frage: Wer von Euch ist Unternehmer, Selbständiger?” Inzwischen hatten sich 20, 30 Leute versammelt und die Hälfte davon gaben sich als Unternehmer zu erkennen. “Sehr gut. Und wieviele von euch haben Angestellte?” Nochmal die Hälfte. “So! Und nun frage ich alle anderen: Ihr kennt diese Jungs, ihr seid zusammen hierher gekommen. Ich frage euch: glaubt ihr wirklich es gäbe einen unüberbrückbaren Interessengegensatz zwischen ihnen und euch? Zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern? Zwischen Kapitalisten und Arbeitern?” Ein paar Zuhöhrer lachten, andere nickten und ich kuckte verwirrt.

Der Professor stieg auf einen Kasten Bier, damit ihn die Leute besser hören konnten. “Wir brauchen ein neues Klassenbewusstsein! Das Märchen von den kapitalistischen Ausbeutern ist marxistische Propaganda. Wenn wir der folgen enden wir erst im Sozialismus und dann in der Staatspleite. Die Front verläuft woanders: nämlich zwischen Steuerzahlern und Steuerkonsumenten!” Er holte seine Zeitung wieder aus der Weste und zeigte auf das Portrait. “Das ist der Feind! Der klassische Steuerkonsument, der von euren Einkommen lebt. Für die Arbeit dieses Mannes würde niemand freiwillig zahlen, deswegen muss er sein Gehalt gewaltsam von euch nehmen lassen. Und das ist auch der entscheidende Unterschied, daran erkennt ihr die zwei Klassen: Es gibt die Klasse der friedlichen, produktiven Personen. Das sind die Leute, denen man freiwillig sein Geld gibt, um ihre Produkte zu kaufen, oder ihre Leistungen. Und es gibt die Klasse derjenigen, denen niemand etwas freiwillig abkauft und die deshalb von Raub und Enteignung leben, von euren Steuern. Das hat nichts mit Arbeiter versus Kapitalist zu tun, sondern mit Produzenten gegen Parasiten! Nur wenn die Klasse der Produzenten - der Steuerzahler - das erkennt und öffentlich ausspricht, wenn wir uns endlich die dummdreisten Belehrungen der Politikerklasse verbitten - diese moralische und wirtschaftliche Unverschämtheit und wenn wir diese Klasse als die Schmarotzerbande bloßstellen und anklagen, die sie tatsächlich ist, nur dann wird es uns gelingen, das Parasitentum zurückzurollen und letztendlich zu beseitigen!” Jubel schallte über das Gelände, der Anwalt drehte die Soundanlage der Goldwing auf und ein paar Biker stimmten in den Refrain ein: “Sag mir auf welcher Seite du stehst, Junge! Auf welcher Seite stehst du? Wirst du ein lausiger Schmarotzer sein oder wirst du sein ein freier Mann?”

Das war vor 14 Jahren und es blieb die größte Deutsche Demo von Bikern. In Sachen Klassenkampf hat sich seitdem nichts verbessert. Im Gegenteil, die Schmarotzer sind auf dem Vormarsch, gekleidet als Demokraten. Jetzt haben sie den Kapitalismus in der Mangel, dem sie den Wohlstand überhaupt nur verdanken, den sie so gern umverteilen. Inzwischen will keiner mehr arbeiten, alle wollen nur noch das Geld der Nachbarn, hauptsache die Enteignung hat einen demokratischen Rahmen. Aber es ist nach wie vor nichts als Beraubung und Enteignung von friedlichen, produktiven Menschen durch die herrschende Klasse. Nach 150 Jahren ist der Kommunismus also doch angekommen, durch die Hintertür, in Form des demokratischen Sozialstaats - und jetzt, wo er da ist, kann man zusehen, wie er scheitert. Die klassenlose Gesellschaft rückt auch in den Demokratien immer weiter in die Ferne. Aber das ist noch nicht das Schlimmste: den Parasiten ist es zum ersten mal gelungen, dass ihre Untertanen freiwillig noch mehr Ausbeutung fordern - sie wollen mehr Staat, statt weniger, sie denken die Demokratie ist bedroht durch den Kapitalismus, natürlich ist es genau umgekehrt. Im Grunde könnte uns das alles egal sein, und wir könnten es wie die 7.000 Biker halten und einfach unser eigenes Ding machen. Aber alles was diese Leute beschließen, wird auch von uns verlangt und zwar mit der Waffe im Gesicht, wenn wir uns wehren. Wer auch immer anderer Meinung ist als die Demokraten, muss trotzdem für ihre Misswirtschaft zahlen. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen friedliebenden Menschen und den Staatsbefürwortern: die ersten werden sich nicht anmaßen, anderen Leuten ihre Vorstellung vom Zusammenleben aufzuzwingen. Sie stellen es jedem frei, sich freiwillig einer Staatsgewalt auszusetzen. Der Staatsbürger allerdings verlangt von allen Menschen, dass sie nach seiner Pfeife tanzen und für seinen Irrsinn Steuern zahlen. Deswegen der Aufruf zum Klassenkampf.

Und mehr kann ich auch nicht sagen, außer dem Spruch, der auf dem Mopped des Professors stand: “Freiheit ist die Mutter, nicht die Tochter der Ordnung.”

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